Muslimische Lebenswelten in Deutschland

 

Der Islam in Deutschland ist vielstimmig.

Prof. Dr. Bekim Agai

Gegenwärtig sind zwischen 5,3 und 5,6 Millionen muslimische Gläubige in Deutschland beheimatet (31,8 Prozent von ihnen leben in Nordrhein-Westfalen). Sie stellen zwischen 6,4 und 6,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. 2011 kamen noch 67,5 Prozent der muslimischen Gläubigen aus der Türkei. Durch die Zuwanderung aus Südosteuropa, Südostasien, Nordafrika, Zentralasien und dem Iran hat sich die Zusammensetzung der in Deutschland lebenden Menschen muslimischen Glaubens deutlich verändert. Der Anteil der aus der Türkei stammenden Bevölkerung ist auf 45 Prozent gesunken. Entsprechend kommen mittlerweile mehr als die Hälfte der muslimischen Gläubigen aus einem anderen Land als der Türkei.

Die geplante Ausstellung wird sich dieser Vielfalt muslimischer Lebenswelten in besonderer Weise widmen. Sie korrigiert damit die Vorstellung vom Islam als einer universalistischen homogenen Religion.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die in Deutschland lebenden Musliminnen und Muslime mit ihrer religiösen Alltagspraxis. Von der Gegenwart ausgehend wird der Blick auf die Geschichte der muslimischen Kultur in Deutschland gerichtet.

Eine Besonderheit der Ausstellung ist die Einbindung von 12 muslimischen Gläubigen, die in Interviews darüber Auskunft geben, wie sie ihren religiösen Alltag in Deutschland leben. Sie stellen zeitgenössische Objekte aus ihrem Besitz zur Verfügung, die auch über ihr säkulares Leben Auskunft geben. Die Ausstellung zeigt damit, dass traditionelle religiöse Praxis und modernes Leben keine Widersprüche sind.

Parallel zur Ausstellung wird für die ständige Ausstellung eine Audioführung entwickelt, die als WebApp in Türkisch und Arabisch zu hören ist.

Leihgaben aus ethnologischen Museen, Forschungsinstituten und Bibliotheken geben in der Sonderausstellung Einblicke in die muslimischen Traditionen in den Herkunftsländern oder -kulturen der Gewährspersonen.

Das Projekt wird von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet, dem Frau Prof. Dr. Armina Omerika, Frau Prof. Dr. Fahimah Ulfat, Herr Dr. Ufuk Topkara und Herr Dr. Marc Wrasse angehören.

Zur Ausstellung entsteht ein informativer Begleitband.

Begleitend zur Ausstellung entsteht ein dichtes Begleitprogramm, welches aufgrund der aktuellen Situation erst Anfang 2022 veröffentlicht wird.

Für Lehrende und Schulklassen werden ebenfalls unterschiedliche Angebote entwickelt. Kontaktieren Sie dazu die Museumspädagogin Dr. Simone Müller unter simone.mueller@telgte.de

Die Ausstellung wird gefördert von:

  • der LWL-Kulturstiftung
  • der Kulturstiftung der Länder
  • dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
  • der Sparkasse Münsterland Ost
  • der Kurt und Lilly Ernsting Stiftung
  • der NRW-Stiftung
  • dem Freundeskreis Relígio e.V.