80. Krippenausstellung

Geheimnis der Heiligen Nacht

7. November 2020 bis 24. Januar 2021

Wir heißen Sie auch in dieser schwierigen Zeit herzlich willkommen!

Menschen brauchen Kultur! Das zeigt sich auch in der Telgter Krippenausstellung. In diesem Jahr wurden mehr Werke als sonst eingereicht. Viele befassen sich mit aktuellen Fragen der heutigen Zeit. Dazu gehören auch die Arbeiten, in der die Krippe als Licht(blick), als Wegweiser oder Mittelpunkt einer zerstörten Welt zu sehen ist, beispielsweise die Papierarbeit von Matthias Weber, die den verfallenen Kölner Dom zeigt, in dessen Mittelpunkt die Krippe hell erstrahlt.

Etliche Arbeiten kreisen um das Geheimnisvolle, das Verborgene, welches man sich erst erschließen muss. Dazu gehört die doppelseitige Krippe von Annette Hiermenz: Auf der einen Seite sieht man einen Stall mit drei Hirten, die durch ein Fester schauen. Von der anderen Seite blickt man selbst in den Stall. Die leere Krippe, Arbeitsgeräte zu Kreuzen verknotet – diese Symbole verkörpern Geburt und Tod Jesu Christi. Wer den zusammengewürfelten Elektroschrott auf dem Sockel der Arbeit von Jens Henning sieht, fragt sich, was dies bedeuten solle. Die Überraschung und Freude sind groß, wenn man den Schatten auf der Wand sieht: Dieser zeigt das in der Krippe liegende Jesuskind mit dem Stern der Heiligen Nacht.

Eine Besonderheit der diesjährigen Krippenausstellung sind 13 Beiträge aus einem Wettbewerb, der gemeinsam von ars LITURGICA und der Kirchengemeinde St. Augustinus in Gelsenkirchen veranstaltet wurde. Gesucht wurde eine Krippengestaltung, “die nicht traditionelle Formen wiederholt, sondern dazu verhelfen kann, neue Perspektiven zu entwickeln“, wie es in der Ausschreibung heißt. Wer die Krippenausstellung betritt, kann gleich durch die Arbeit „COMPASSION“ des Bielefelder Künstlers Joachim Staebler schreiten, der sein Modell in Originalgröße umgesetzt hat. Dieses Werk wie auch die weiteren Arbeiten des Wettbewerbs zeigen, wie ausdrucksstark und anregend Krippenkunst sein kann.

Eine zentrale Tradition der Telgter Krippenausstellung ist die Präsentation von Krippen, die von Laienkünstlern geschaffen wurden. Ein sehr schönes Beispiel für die Kontinuität dieser Tradition ist die Figurenkrippe mit Stall von Heinrich Rölver.

 

80 Krippenausstellungen in 86 Museumsjahren

Die Tradition von Weihnachtsausstellungen mit Krippen beginnt im Jahr der Museumsgründung 1934 mit der Ausstellung „Die Weihnachtskrippe in der Volkskunst“. Sie hatte 2478 Besucher. Die Krippenausstellungen waren in den ersten Jahrzehnten keinesfalls die wichtigsten und besucherstärksten Ausstellungen des Museums. Viel mehr Zuspruch erhielten bis Ende der 1960er Jahre die Ausstellungen zum Handwerk, zu Kardinal von Galen oder zur Marienverehrung. Erst Anfang der 1970er Jahre werden mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher in der Krippenausstellung gezählt. Ein Meilenstein war 1994 die Eröffnung eines eigenen Gebäudes als „Krippenmuseum“. Doch das Museum war nie nur ein Museum für Krippen. Das Spektrum umfasste schon immer die ganze Frömmigkeitsgeschichte und die Handwerkskunst im Münsterland. Daher wurde das Museum 2011 in RELíGIO umbenannt. Die Krippenausstellungen sind heute ein wichtiges Standbein neben Ausstellungen zu aktuellen religiösen Themen und zum religiösen Dialog.

Bitte informieren Sie sich vor Ihrem Besuch über unser Hygienekonzept