Muslimische Lebenswelten in Deutschland

 

Schirmherrinnen der Ausstellung sind Frau Prof. Monika Grütters, MdB sowie Frau Aydan Özoğuz, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages.

Seit Ende des 20. Jahrhunderts ist die gesellschaftliche Diskussion über Migration und Integration überwiegend problemorientiert. Häufig ist sie von Fremdzuschreibungen, Vorurteilen und Stereotypen geprägt. Sicherheitsfragen schüren Ängste und Bedenken.

Muslimisch-Sein und „Migrationshintergrund“ werden häufig gleichgesetzt. Dies erschwert die Beheimatung von Muslim:innen und machte die Zugehörigkeit des Islams in Deutschland zur Streitfrage.

Ziel dieser Ausstellung ist es, Muslim:innen selbst zu Wort kommen zu lassen, und mit diesem Perspektivwechsel für eine differenzierte, vorurteilsfreie Betrachtung ihrer Religion zu sensibilisieren. Dem Museum Relígio ist bewusst, dass die Religionsausübung ein wichtiger, aber nicht der einzige Aspekt muslimischer Identität ist.

Im Mittelpunkt stehen zwölf Muslim:innen mit verschiedener Zuwanderungsgeschichte und Glaubensrichtung, unterschiedlichen Alters und Geschlechts.

Sie geben in Interviews Einblick in ihre religiöse Praxis, in Wünsche und Hoffnungen. Die Ausstellung beginnt mit einer Einführung in die grundlegenden Werte des Islam und einer Vorstellung der Muslim:innen, die für diese Ausstellung befragt wurden.

Sie begegnen ihnen in den verschiedenen Themenbereichen wieder. Kritische Debatten werden in einer eigenen Erzählspur aufgegriffen. Eine Zeitleiste zeigt die Verflechtungen zwischen „christlichem Abendland“ und „islamischem Morgenland“ durch die Jahrhunderte.

Ein eigener Ausstellungsbereich zeigt Gegenstände der Gewährspersonen, die für ihre persönlichen Lebenswelten und Identitäten stehen.

Parallel zur Ausstellung wird für die ständige Ausstellung eine Audioführung entwickelt, die als WebApp in Türkisch und Arabisch zu hören ist.

Ziel des zweiteiligen Projektes ist es, über das bessere Verständnis der Religionen Islam und Christentum sowie der in diesen Religionen gelebten religiösen Praxis den Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft zu fördern.

Leihgaben aus ethnologischen Museen, Forschungsinstituten und Bibliotheken geben in der Sonderausstellung Einblicke in die muslimischen Traditionen in den Herkunftsländern oder -kulturen der Gewährspersonen.

Das Projekt wird von einem wissenschaftlichen Beirat begleitet, dem Frau Prof. Dr. Armina Omerika, Frau Prof. Dr. Fahimah Ulfat, Herr Dr. Ufuk Topkara und Herr Dr. Marc Wrasse angehören.

Zur Ausstellung entsteht ein informativer Begleitband.

Begleitend zur Ausstellung entsteht ein dichtes Begleitprogramm, welches aufgrund der aktuellen Situation erst Anfang 2022 veröffentlicht wird.

Für Lehrende und Schulklassen werden ebenfalls unterschiedliche Angebote entwickelt. Kontaktieren Sie dazu die Museumspädagogin Dr. Simone Müller unter simone.mueller@telgte.de

Die Ausstellung wird gefördert von:

  • der LWL-Kulturstiftung
  • der Kulturstiftung der Länder
  • dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen
  • der Stiftung der Sparkasse Münsterland Ost
  • der Kurt und Lilly Ernsting Stiftung
  • der NRW-Stiftung
  • dem Freundeskreis Relígio e.V.