Hungertuchkonzert

By 16. Januar 2020 Pressemitteilung

Hungertuchkonzert Stabat Mater – Eine Konzert-Lesung zur Passionszeit

Am 1. März 2020 findet um 17 Uhr im Museum RELíGIO in Telgte das zweite Hungertuchkonzert statt. Es spielt das Streichquartett La Finetta unter Leitung von Andreas Klingel auf alten Instrumenten. Als Solistin konnte die Altistin Sarah Romberger gewonnen werden. Die Gesamtleitung und Lesung übernimmt Matthias Hellmons.

Die unter dem Kreuz leidende Mutter Jesu, wie sie in der mittelalterlichen Dichtung „Stabat mater dolorosa“ beschrieben wird, hat zahlreiche Komponisten zur Vertonung angeregt. In eindrucksvollen Metaphern beschreibt der Text die Leiden der Mutter Jesu unter dem Kreuz.

Antonio Vivaldi kam als junger Kaplan an die Kirche „Santa Maria della Pietà“ in Venedig. Dort baute er am „Ospedale della Pietà“, einem der Kirche angegliederten Waisenhaus für Mädchen, ein Orchester auf, das im 18. Jahrhundert wegen seiner Qualität in ganz Europa einen legendären Ruf hatte und zahlreiche Italien-Reisende anlockte. Die Bewohnerinnen des Waisenhauses waren Findelkinder und man darf durchaus annehmen, dass in der damals in Venedig eingerichteten „Scalfetta“ (Babyklappe) auch zahlreiche illegitime Nachkommen aus Adelskreisen abgelegt wurden. Vivaldi gelang es, in diesem Waisenhaus neben dem Orchester auch noch einen Chor aufzubauen, aus dem auch einige Solistinnen hervorgingen. Das Stabat mater ist für eine Alt-Stimme und Streicher mit Generalbass komponiert. Vivaldi konnte diese Besetzung sicher aus eigenen Kräften zusammenstellen.

Eine Reminiszenz an das Motiv der leidenden Mutter macht der venezianische Autor Tiziano Scarpa in seinem 2009 auf deutsch erschienenen Buch „Stabat mater“. Das Leidensmotiv wird aber hier von der Mutter Jesu auf eine Tochter übertragen. Cecilia, ein Mädchen, das nichts von seiner Herkunft weiß, wendet sich in nächtlichen Briefen an die unbekannte Mutter und klagt ihr Leid. Dabei begegnet sie dem Komponisten und Musiklehrer Antonio Vivaldi. Die Musik hilft Ihr, sich zu befreien, am Ende auch vom „Ospedale della Pietà“, dem Waisenhaus.

In der Konzert-Lesung vor dem bedeutenden Telgter Hungertuch von 1623 wird das „Stabat mater“ von Antonio Vivaldi kontrastiert durch Ausschnitte aus dem Roman „Stabat mater“ von Tiziano Scarpa. Beiden gemeinsam ist die leidende Frauengestalt: Maria und Cecilia.

Karten sind ab sofort im Vorverkauf im Museum RELíGIO und in der Buchhandlung LesArt erhältlich (Vorverkauf 15 Euro, Abendkasse 18 Euro, begrenzte Platzzahl).

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Pressetext Hungertuchkonzert

Hungertuchkonzert Stabat Mater – Eine Konzert-Lesung zur Passionszeit

Pressebild Hungertuch

Altistin Sarah Romberger (Foto: Romberger)
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