Verleihung des Bischof-Heinrich-
Tenhumberg-Preises in der
76. Telgter Krippenausstellung 2016/2017

Verleihung des Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Preises in der 76. Telgter Krippenausstellung 2016/2017

Jury:
Frau Margareta Coppenrath, Ostbevern (Vorsitzende)
Herr Pater Dominikus Göcking OFM, Paderborn
Frau Dr. Susanne Kolter, Münster
Herr Propst Dr. Michael Langenfeld, Telgte
Frau Dr. Heike Plass, Münster
Herr Dominikus Witte, Osnabrück


An der 76. Krippenausstellung haben sich rund 90 Leihgeber und Krippenschaffende beteiligt. Insgesamt werden 130 Exponate gezeigt. Unter den zehn Preisträgern finden sich zwei Kindergruppen, eine Gruppe von Erwachsenen und sieben einzelne Erwachsene.

Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten ihre Auszeichnungen am Samstag, den 28. Januar 2017, um 11 Uhr im Rahmen einer Feierstunde im Museum durch Weihbischof Dr. Stefan Zekorn. Propst Dr. Michael Langenfeld wird die Preisträger mit ihren Werken zuvor in einer Laudatio würdigen.

Pressemitteilungen
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Kindergartengruppe im Alter von fünf bis sechs Jahren aus Ostbevern

Jüngste Preisträger sind die „Schlauen Füchse“, eine Kindergartengruppe im Alter von fünf bis sechs Jahren aus Ostbevern. Die kindliche Krippe besteht aus der Heiligen Familie, einem Hirten mit Schaf und den Heiligen Drei Königen. Die Figuren sind aus den Verpackungen von Überraschungseiern mit Köpfen aus Holz gefertigt. Die Gesichter sind bemalt, die Figuren mit Filz bekleidet. Auch der Krippenstall wurde aus gebrauchten/ verbrauchten Materialien, beispielsweise hölzernen Eisstilen gestaltet. Die Krippe ist kindgerecht entwickelt und strahlt den fröhlichen und unkomplizierten Gestaltungswillen der Kinder aus.


Krippe der „schlauen Füchse“, Kindergartengruppe im Alter von fünf bis sechs Jahren aus Ostbevern, Foto © REGIO
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Schülerinnen und Schüler der Gottesdienst AG der Realschule Oelde

„Dem Stern von Bethlehem folgen“, das haben die Schülerinnen und Schüler der Gottesdienst AG der Realschule Oelde aktiv umgesetzt. Sie haben sich in der Umgebung Oeldes auf den Weg gemacht und verschiedene Orte aufgesucht, an denen sie Szenen der Weihnachtsgeschichte nachgespielt haben. Gleichzeitig haben sie das Geschehen in die heutige Zeit versetzt und aktuelle Kommunikationsmittel verwendet. So spielt die Verkündigung an einer Bushaltestelle und erfolgt als Whats-App-Mitteilung. Die einzelnen Szenen wurden fotografiert, mit wichtigen Elementen (Heiligenschein, Kronen etc.) aus Goldfolie ergänzt, auf Fotokarton aufgezogen und gerahmt. Unter der Überschrift „Pinkelparty“ ist in einem zweiten Bilderrahmen die Ankunft der Heiligen Drei Köniiginnen dargestellt. Die Jury beeindruckten die gelungene päkdagogische Idee, Jugendlichen auf diese Weise die Weihnachtsgeschichte zu vermitteln, aber auch die humorvolle Umsetzung.


„Dem Stern von Bethlehem folgen“, Schülerinnen und Schüler der Gottesdienst AG der Realschule Oelde, Foto © REGIO
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Leo Hungerkamp

Eine der gelungensten Krippen der 76. Krippenausstellung ist die naiv aus Lindenholz geschnitzte vielfigurige Krippe von Leo Hungerkamp, der in Haus Hall lebt. Er hat die Heilige Familie und einen Engel in einen geöffneten Koffer gestellt, der mit Schnitzholzspänen gefüllt ist. Zu dieser erhöht aufgestellten Gruppe kommen eine große Anzahl von unterschiedlichen Menschen und Tieren. „Vielfalt Leben - Annäherung“ heißt die Arbeit, bei der zahlreiche Personen beten oder die Hände anbetend erhoben haben. Die schlichte Schnitzarbeit, die in den Figuren sichtbare Frömmigkeit und die Idee des Koffers, in dem man die Heilige Familie an jeden Ort mitnehmen könnte, überzeugten die Jury nachhaltig.


„Vielfalt Leben - Annäherung“, Leo Hungerkamp, Gescher, Foto © REGIO
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Marlene Moss

„Der Stern zeigt uns den Aus-Weg“ ist die Arbeit von Marlene Moss (Kiel) betitelt, die ihre Darstellung der Heiligen Familie in das heutige Bethlehem verlegt. Die Arbeit besteht aus einer Hintergrundkulisse, die die idyllische Landschaft des Heiligen Landes zeigt. Mit Abstand stehen vor dieser Kulisse die Betonstelen der israelischen Sperranlage, die Bethlehem von Jerusalem und kleinen palästinensischen Dörfern trennt. Mitten in dieser Mauer befindet sich eine öffnung, durch die die Heilige Familie tritt, oberhalb dieser öffnung erstrahlt der Stern von Bethlehem. Vor der Heiligen Familie erstreckt sich ein steiniges Feld. Heute werden an vielen Stellen Mauern gebaut, an den Grenzen zu Europa, im Heiligen Land, vielleicht auch zwischenmenschliche Mauern. Die Weihnachtsbotschaft kann Mauern überwinden. Diesen Standpunkt würdigte die Jury.


„Der Stern zeigt uns den Aus-Weg“, Marlene Moss, Kiel, Foto © REGIO
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Mechthild Beyer

Mechthild Beyer aus Münster hat eine kleine, puristisch anmutende Papierarbeit geschaffen. Unter dem Titel „Stern über Bethlehem“ wurde ein Gebäudeensemble aus Pappe geschnitten, ein Gebäude davon mit Blattgold belegt. Darin liegt - nur von oben zu sehen -das Christuskind. Der Stern besteht aus einer umgedrehten Wunderkerze und der auseinandergefalteten Metallhülse einer Christbaumkugel. Die Jury war zum einen von der Ästhetik der kleinen Arbeit angetan, zum anderen auch vom verborgenen Christkind, da Christus auch im Verborgenen auf die Welt gekommen ist.


„Stern über Bethlehem“, Mechthild Beyer, Münster, Foto © REGIO
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Barbara Lipp

Auch die Émail-cloisonnée-Arbeit „Stern über Bethlehem“ von Barbara Lipp (Karlsruhe) ist filigran gestaltet. Auf vier runden Kupferplatten sind die Heilige Familie, die Anbetung der Heiligen Drei Könige, ein Hirte mit Schafen und der Stern dargestellt. Behutsam legt Josef die Hand auf den Kopf des Jesusknaben, der auf dem Schoß der Mutter sitzt. Die lebhafte Gestik der stilisierten Figuren, die feine und kunstvolle Gestaltung und der gekonnte Einsatz der Glasuren überzeugten die Jury.


„Stern über Bethlehem“, Barbara Lipp, Karlsruhe, Foto © REGIO
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Ernst Franz

Der Unterammergauer Holzbildhauer Ernst Franz ist im Sommer 2016 durch seine öffentliche Schnitzarbeit des Telgter Gnadenbildes in der Region bekannt geworden. An der Krippenausstellung beteiligt er sich mit der Arbeit „Seht, der Erlöser“ (Katalog Nr. 31). Die Skulptur der Heiligen Familie ist vollplastisch aus Lindenholz geschnitzt. Sie zeigt Maria und Josef rechts und links neben der leeren Futterkrippe. Sie heben den stehenden Jesusknaben zwischen sich, so dass er vor dem Stern erstrahlt. Die Jury lobte die innovative Idee, Christus in den Stern zu heben. überzeugten die Jury.


„Seht, der Erlöser“, Ernst Franz, Unterammergau, Foto © REGIO
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Christian Nachtigäller

Der Telgter Künstler Christian Nachtigäller hat mit der hängenden Installation „Licht in der Nacht“ den Jesusknaben als Licht- und Energiespender dargestellt. Eine Kunststofffigur des Christkindes ist in eine Glühbirne montiert. Auf dem Zuleitungskabel kommen Menschen zur Lichtquelle. Sie werden mit zunehmender Nähe zum Kind hell und farbig (erleuchtet). Die Reaktion der Juroren war, diese moderne Installation mit dem Preis zu würdigen.


„Licht in der Nacht“, Christian Nachtigäller, Telgte, Foto © REGIO
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Leonie Große

Unter dem Titel „Der verborgene Stern“ hat Leonie Große (Everswinkel) eine Skulptur der Heiligen Familie aus Beton geschaffen. Die Figuren besitzen eine klare Formensprache. Die Idee des verborgenen Sterns, der sich erst von der Seite gesehen aus den Konturen der Figuren erschließt, wurde von der Jury als kreativ und auszeichnungswert befunden.


„Der verborgene Stern“, Leonie Große, Foto © REGIO
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Gruppe tx 02

„WOHIN“? steht in großen Lettern über der textilen Objektinstallation der Gruppe tx 02 (Münster, Sened, Oelde). Die Künstlerinnen suchen nach einer Antwort. Es gibt jedoch nicht die eine Antwort, sondern sieben unterschiedliche Ansätze, die jeweils Zeilen aus dem Weihnachtslied „Stern über Bethlehem“ interpretieren.

Im Zentrum des Ensembles steht ein von Marianne Herbrich gestalteter langer Menschenzug, der aus einer realen Sackgasse kommt. Sie alle folgen der Heiligen Familie. Alle Personen sind anonym:Ihre Körper und ihre Bewegungen sind ganz reduziert, weder Geschlecht, Alter noch Nationalität sind ablesbar. Jede und jeder könnte hier gemeint sein. Doch wohin geht der Weg?

Ulrike Lindner macht diese Frage augenfällig durch den Schriftzug „WOHIN“? Aus transparenter Folie genäht und mit goldgelbem Stroh gefüllt, überschreibt er die Raumszene als markantes Wandobjekt. Betitelt ist die Gestaltung mit „Sind wir am Ziel?“ So wird deutlich, dass es nicht nur um die Frage der Wegfindung und Wegführung geht, sondern auch um das Ziel des Weges.

Mechthild Jülicher stellt ihr Stern-Bild „Heller Schein“ als unseren symbolischen Wegbegleiter vor: Er ist aus goldenen Sicherheitsnadeln zusammengefügt. Das Buch-Objekt „Das da geschehen“ von Mechthild Jülicher zeigt eine löchrig-fragile Weihnachtserzählung und hinterfragt so, wie lange die Weihnachtsbotschaft noch Wegweiser sein kann, wenn wir ihre Aussagen nur noch fragmentarisch kennen.

Das siebenarmige Objekt von Susanne Klinke lenkt durch die nachgeformten Arm-Gesten sowie durch seinen Titel die Aufmerksamkeit auf die Zeile „Teilen wir aus“. Teilen oder Austeilen - was prägt unseren Weg?

Die Aspekte des Teilens und des Sorgetragens thematisiert auch Christiane Winz-Völkert in ihrem Objekt „Schein auch zu Haus“. Hierzu hat sie unzählige Teefilterbeutel zusammengesetzt. Jeder einzelne symbolisiert ein Stück Alltag.

Der XXL-Strohstern mit dem Titel „Zeig wo du stehst“ von Birgit Reinken bietet die Möglichkeit, eigene Wege und Wünsche zu äußern, auf das textile Ensemble zu reagieren und so seinen Standort kundzutun. Die Aktualität der Raumgestaltung und die künstlerische Umsetzung konkreter Aussagen aus dem titelgebenden Lied „Stern über Bethlehem“ beeindruckten die Juroren.


„Zeig uns den Weg“, Objektinstallation, Susanne Klinke, Meschede / Marianne Herbrich, Münster / Mechthild Jülicher, Senden / Ulrike Lindner, Oelde / Birgit Reinken, Münster / Christiane Winz-Völkert, Münster, Foto © REGIO
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REGIO - Dr. Anja Schöne - Pressetext zum Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Preis 2016

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