Die Restauratorinnen Viola Beier
und Anke Freund haben die Krippen
verpackt und abgeholt. Foto © REGIO

Restaurierung einer wertvollen historischen Krippe

Das Museum REGIO wird in diesem Jahr eine bedeutende historische Krippe restaurieren lassen. Gestern wurden die Figuren abgeholt und nach Köln in die Restaurierungswerkstatt Beier Freund und Kühler gebracht. In dieser Werkstatt sind unterschiedliche Restauratoren tätig, so dass Experten für Wachs, Textilien und Holz die Figuren in gemeinsamer Abstimmung restaurieren können.

Die historische Krippe stammt aus der katholischen Kirchengemeinde in Recke, gelangte dann in den Besitz der Familie Burgholz und wurde 1995 dem Telgter Museum übergeben. Die Krippe wird auf die Zeit um 1840 datiert.

Die Köpfe und Hände dieser Figuren sind aus Wachs gefertigt, die Kleidung ist biedermeierlich. Bekleidete Wachskrippen in der Art der Krippe aus Recke wurden in den Dörfern und Kirchen des Münsterlandes im 18. und 19. Jahrhundert aufgebaut, sind jedoch nur noch in wenigen Exemplaren vollständig erhalten. Die früheste in dieser Region bekannte Krippe aus der Zeit um 1760 stammt aus der Pfarrkirche in Drensteinfurt und befindet sich mittlerweile im Freilichtmuseum Detmold.

Die Recker Krippe weist einige besondere Figuren auf, wie beispielsweise den Mohel, der den Jesusknaben am achten Tag nach der Geburt nach jüdischem Ritus beschneidet. Dies macht sie im Vergleich zu den anderen erhaltenen Krippen einzigartig. Doch die Zeit hat an den Figuren Spuren hinterlassen: Das Wachs der Gesichter zeigt häufig bräunlich verfärbte Risse. An fast allen Figuren sind die Finger abgestoßen oder abgebrochen. Bei vier Figuren ist das Gesicht stark geschädigt: hier fehlen Teile der Wachsschicht, in einem Fall nahezu die gesamte Wachsauflage des Kopfes. Die kostbare Kleidung ist deformiert und verdrückt. Aufgesetzte Borten oder andere Zierelemente wie Pailletten etc. haben sich stellenweise abgelöst.

Die Restaurierung der Krippe kostet nahezu 13.000 Euro. Das Projekt wird wesentlich aus dem Restaurierungsprogramm Bildende Kunst des Landes NRW finanziert, zusätzlich durch das LWL-Museumsamt für Westfalen und mit einem Eigenanteil des Museums REGIO.


Die Recker Krippe weist einige besondere Figuren auf, wie beispielsweise den Mohel, der den Jesusknaben am achten Tag nach der Geburt nach jüdischem Ritus beschneidet. Foto © REGIO

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