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Besuch

Beate Höing, Keramik und Malerei im Dialog mit historischen Objekten

Ausstellungsdauer 16. März bis 1. Juni 2014

Die 1966 in Coesfeld geborene Künstlerin Beate Höing ist im katholischen Umfeld des Münsterlandes aufgewachsen. Mit sensibler Beobachtungsgabe hat sie die religiöse Praxis, aber auch die Veränderung der religiösen Landschaft in den letzten Jahrzehnten wahrgenommen und künstlerisch umgesetzt. Sie bedient sich dabei einer Art „dichten Beschreibung“ in collagenartigen Bildern und Keramiken, die mit den historischen Objekten der Museumsausstellung in einen Dialog treten.

Heiligen- und Marienfiguren auf Flohmärkten und als Teil von Haushaltauflösungen, umgeben von allerlei Plunder, aber auch neben Barbie und Buddha stehend, haben ihre Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Diese Zusammenschau, der profane Umgang mit dem ehemals Heiligen, wird von der Künstlerin in ihrem Zyklus „Herrgottswinkel“ dramatisch überspitzt und bekommt eine ironische Komponente, die den Betrachter - je nach Glaubenseinstellung - amüsiert oder auch erschüttern kann. Trotz aller Absurdität bleibt dem religiösen Betrachter die Präsenz des Heiligen bewusst.

Eine Auswahl der Öl- und Papierarbeiten von Beate Höing wie auch einige Keramiken kommen in der Museumsausstellung zu den religiösen Lebensfesten zu „Besuch“. Die Kaffeetafel der Kommunionfeier, das Kommunionkind oder der aufgebahrte Tote. Viele Themen in den Werken der Künstlerin erinnern an religiöse Erfahrungen, die die Betrachter selbst gemacht haben oder an die sie sich aus Erzählungen erinnern. Auf den ersten Blick zeigen die Bilder Vertrautes, Heimeliges, die Gewissheit der Rituale, doch bei der näheren Betrachtung scheinen die Personen erstarrt in den Ritualen, sich selbst nicht mehr sicher in dem, was einst sicher war.

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