Foto © REGIO

Kommt, sagt es allen weiter!

Das Thema der Ausstellung geht auf ein Weihnachtslied zurück, das wohl vor rund 150 Jahren in den USA entstanden ist: „Go, tell it on the mountain.“ Das afroamerikanische Spiritual ruft uns auf, von den Bergen, über die Hügel und überallhin zu verkünden, das Jesus Christus geboren ist. Als das Lied vor rund 50 Jahren ins Deutsche übertragen wurde, ging der ursprüngliche weihnachtliche Bezug verloren. Dennoch legt der Refrain „Komm, sag' es allen weiter“ ein weihnachtliches Bild nahe, nämlich das der Hirten, die zum neugeborenen Gotteskind gekommen sind und nach ihrer Rückkehr allen davon berichteten.

Die 122 Krippenkünstler und Leihgeber in der nunmehr 72. Krippenausstellung des Museums seit 1934 sind gleichsam Hirten, die das wundersame Geschehen der Geburt Christi weitererzählen, zwar nicht mit Worten, aber in anschaulichen Bildern. Mit 133 verschiedenen Gestaltungen des biblischen Ereignisses kann die Krippenschau aufwarten. Die meisten sind aktuell im Jahr 2012 entstanden. Es sind fantasiereiche, manchmal ungewöhnliche, manchmal romantische, dann wieder geheimnisvolle, kunstfertige Krippen - sich auf sie einzulassen, sie zu erleben, sich von ihnen überraschen zu lassen, bereitet weihnachtliche Freude.

In der großen Mehrzahl sind die Krippenschaffenden in Westfalen beheimatet. Vom Kindergartenkind bis zur 94-jährigen Seniorin, vom naiven Schnitzer bis zum akademischen Bildhauer und von der Schülerin bis zum Studienrat ist das Spektrum der Aussteller breit gestreut. Diese Unterschiedlichkeit spiegelt sich offensichtlich in den Exponaten der Ausstellung, die belegen, dass vielfältigste persönliche Zugänge zur christlichen Weihnachtsüberlieferung möglich sind. Phänomenal ist, in welch' beeindruckender Weise sie von Jahr zu Jahr schöpferische Kr&au,l;fte anregt und neue Ausdrucksformen findet. Aus der interessanten Mischung zwischen dem Neuen und der liebgewordenen Tradition gewinnt die Krippenausstellung ihre Attraktivität.

Am besten kommen und schauen Sie - und sagen es dann allen weiter.

Zurück